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Die Fahne oder Standarte, auch in anderen Ländern schon seit dem Altertum bekannt, hat im Laufe der Zeit nicht nur die Form, sondern auch ihre Bedeutung geändert; Sie wurde sogar missbraucht.

Unabhängig von allen diesen Dingen war und ist sie immer noch das sichtbare Zeichen gleichgesinnter Menschen.

Bei uns ist die Fahne zum Symbol der Treue geworden. Die Musikanten eines Vereines stellen sich gleichsam unter ihren Schutz und bekennen sich durch sie zu ihrer Gemeinschaft.

Betrachtet man die Fahne nach diesen Kriterien, ergibt es sich, dass die Person, die die Fahne dem Verein vorantragen darf, auch eine nicht ganz leichte Aufgabe, um nicht zu sagen Verantwortung, übernimmt. Die Vereinsleitung sollte daher für diese Tätigkeit nicht irgendeine Person nominieren, sondern sich ernsthafte Gedanken machen.

 

Allgemeine Richtlinien über und für den Fähnrich

1.         Der Fähnrich sollte eine Person sein, die in der Lage ist, die Fahne leicht und sicher zu tragen. Außerdem muss soviel Musikalität bzw. Taktgefühl vorhanden sein, dass im Gleichschritt mit der Musik marschiert werden kann.

2.         Der Fähnrich muss immer in der Tracht, bzw. Uniform der Musik auftreten (einheitliches Bild). Die Schärpe wird immer von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen. Weiße Handschuhe (ausschließlich, wenn der Verein eine Uniform trägt) vervollständigen den optischen Eindruck.

3.         Der Fähnrich marschiert mindestens 4 Schritte vor dem Tambourmajor. Sind Trachtendamen oder Festdamen vorhanden, marschieren diese links und rechts neben dem Fähnrich. Marketenderinnen marschieren immer neben dem Tambourmajor oder Kapellmeister, nie neben dem Fähnrich.

4.         Die Fahne wird, da sie ja im Stiefel (Fahnentragriemen) getragen wird, nur mit einer Hand gehalten; dabei ist es gleichgültig mit welcher. Die freie Hand wird beim Marschieren normal bewegt. Bei sehr starkem Wind darf auch die zweite Hand zum Halten der Fahne verwendet werden.

5.         Eine Vereinsfahne stellt bekanntlich einen sehr großen materiellen Wert dar. Der Fähnrich ist persönlich für den einwandfreien Zustand der Fahne verantwortlich (nicht der Zeugwart)

 

 

Verhalten bei verschiedenen Veranstaltungen

A) Fahnenweihe

Dieser feierliche Anlass kann nur teilweise in einer Instruktion festgehalten werden. Eine vorherige gründliche Aussprache mit dem Geistlichen und dem Organisator der Veranstaltung ist unbedingt notwendig.

Die Fahnenpatinnen begleiten den Fähnrich und zwei Vereinsmitglieder in voller Adjustierung mit Hut.

Die neue Fahne wird in der Hülle auf einen vorhandenen Tisch gelegt. Unmittelbar vor der Weihe wird die Hülle entfernt und die Fahne voll entfaltet auf den Weihetisch gelegt. Der Fähnrich und seine Begleitung stehen neben dem Weihetisch, betätigt sich aber beim Ausbreiten der neuen Fahne nicht. Nach der Weihe übergibt der Vereinsobmann die neue Fahne dem Fähnrich, dieser senkt die Fahne 3mal vor dem Altar. Nach dieser Zeremonie nimmt er wieder Aufstellung an seinem bisherigen Platz mit der Fahne bei Fuß.

Nur während der Wandlung wird die Fahne in den Stiefel gehoben und gesenkt.

Ist die Messe beendet, wird zuerst der Altar durch dreimaliges Senken der Fahne gegrüßt. Der zweite Gruß (jedoch nur einmaliges Senken) gilt der Fahnenpatin und anschließend den anwesenden Vereinsfahnen (senken oder kreuzen).

Sowohl der Altargruß wie auch der Gruß an die Fahnenpatin und anderen Vereinsfahnen sind langsam und würdevoll durchzuführen. Beim Auszug aus der Kirche geht der Fähnrich und seine Begleitung mit der neuen Fahne nach den anderen Vereinsfahnen. Sie bilden außerhalb der Kirche ein Fahnenspalier.

B) Festumzüge

Vor jeder Ausrückung muss sich der Fähnrich davon überzeugen, ob die Fahne in tadellosem Zustand ist. So wie jeder Musikant für sein Instrument verantwortlich ist, ist es der Fähnrich für die Fahne. Daher hat er auch darauf zu achten, dass die Hülle zum Schutz der Fahne - wenn diese nicht mehr gebraucht wird - mitgenommen wird.

Der Fähnrich marschiert wie unter Punkt 2 (Kleidung) und wie unter Punkt 3 (Begleitung) beschrieben.

Während des Festumzuges oder auch bei sonstigen Marschmusikausrückungen wird die Fahne nur im Stiefel getragen und mit einer Hand gehalten. Das Schwenken der Fahne während des Spieles der Musik, wird nicht mehr gemacht. Durch die teilweise noch sehr schweren Fahnen war der optische Eindruck den die Fähnriche dabei machten so schlecht, dass es viel besser ist, dies zu unterlassen, um dadurch den Gesamteindruck der Musik nicht zu zerstören.

Beim Vorbeimarsch an der Ehrentribüne wird die Fahne gesenkt, gleichzeitig macht der Fähnrich auch eine Blickwendung zu den Ehrengästen. Nach dieser Ehrenbezeugung wird die Fahne wieder normal, leicht nach vorne geneigt, getragen. Die freie Hand wird natürlich bewegt.

Adjustierung: Bei einer Ausrückung ohne Trachten- oder Uniformrock sind die Hemdärmeln nicht aufgerollt, Krawatte oder Trachtentuch werden getragen (dies gilt für die ganze Musik). Der Hut vervollständigt immer das einheitliche Bild eines Vereines.

 

C) Konzert

1.         Im Festzelt als Festmusik

Beim Festkonzert am Abend, steht der Fähnrich mit der Fahne im Stiefel, diese leicht nach vorne geneigt, während des 1. Musikstückes am Bühnenrand mit dem Gesicht zum Publikum. Nach dem Musikstück grüßt er durch 3mailges Senken der Fahne die Gäste. Danach stellt er die Fahne in den vorbereiteten Fahnenständer.

 

2.         Im Festzelt nach dem Festumzug

Nach dem gemeinsamen Fahneneinmarsch in das Festzelt, werden die Fahnen in die Fahnenständer gestellt.

 

3.         Eigenes Konzert im Saal

Bei eigenen Saalkonzerten wird die Vereinsfahne gut sichtbar aufgehängt oder aufgestellt. Sie kann von der Landes- und Gemeindefahne flankiert sein. Die optimale Anbringung muss mit dem ästhetischen Empfinden übereinstimmen.

4.         Konzert im Auftrag eines anderen Vereins

Wenn die Fahne überhaupt mitgenommen wird, so verhält sich der Fähnrich wie unter Punkt 1a beschrieben.

 

D) Gefallenenehrung

Führt ein Verein alleine eine Gefallenenehrung durch, steht der Fähnrich alleine oder mit zwei Vereinsmitgliedern mit der Fahne bei Fuß, vor dem Kriegerdenkmal. Mit dem Aviso für die Musik zum Spiel vom guten Kameraden nimmt er die Fahne in den Stiefel und senkt sie bereits beim ersten Ton bis zur Beendigung des Liedes. Wenn die Zeremonie nach dem guten Kameraden noch nicht gleich beendet wird, nimmt er die Fahne wieder aus dem Stiefel und stellt sie bei Fuß. Ist die Gefallenenehrung beendet, senkt er als Abschiedsgruß dreimal die Fahne (die wieder im Stiefel steht) vor dem Kriegerdenkmal, macht eine Kehrtwendung über links und stellt sich vor der Musik zum Abmarsch auf.

Sind bei der Gefallenenehrung weitere Fahnenabordnungen anwesend, so steht der Fähnrich mit zwei Vereinsmitgliedern des veranstaltenden Vereines in der Mitte der Fahnenabordnungen. Die Handhabung der Fahne bleibt gleich wie vorher beschrieben.

Bei Gefallenenehrungen wird an der Fahne ein schwarzer Trauerflor angebracht. Beschluss des VBV!

Die jeweilige Aufstellungsordnung übernimmt immer die veranstaltende Vereinsleitung nach Absprache mit dem Fähnrich.

 

E) Beerdigung

Adjustierung: Normale Tracht oder Uniform, weiße Handschuhe und normale Schärpe. An der Fahne wird ein schwarzer Trauerflor angebunden.

Während des Traueraktes steht der Fähnrich mit Fahne bei Fuß, bei Marschaufstellung vor, bei Konzertaufstellung neben der Musik. Beim Aviso für das Spiel vom guten Kameraden setzt der Fähnrich die Fahne in den Stiefel und senkt sie bis zur Beendigung des Liedes. Danach tritt er mit dem Vorstand und Kreuzträger vor das Grab und senkt die Fahne 3mal langsam in das offene Grab. Danach macht die Abordnung gemeinsam eine Kehrtwendung über links und geht zur Musik zurück.

Ist der Verein bei einer Beerdigung nur durch eine Fahnenabordnung vertreten, so muss diese mindestens aus dem Fähnrich und zwei weiteren Vereinsmitgliedern bestehen. Die Zeremonie am Grab bleibt wie vorher beschrieben.

Der Fähnrich soll sein Amt mit Freude und Begeisterung ausfüllen, denn er ist der erste den man sieht, da er ja der Musik ein Stück vorausmarschiert und somit gleichsam die Visitenkarte darstellt.

 

Ausgearbeitet und verfasst von Emilian Salzmann

 

Feldkirch, 23.2.15/Re

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