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Als Vorläufer unserer heutigen Blaskapellen dürfen wir die „Pfeiffer und Trommler“ ansehen, die militärische Truppen bei ihren Aufmärschen und Feldzügen begleiteten. Die urkundlichen Nachweise der „Pfeiffer und Trommler“ lassen sich in unserem Lande bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. In der Vorarlberger Musterrolle vom Jahre 1621 sind über 40 Pfeiffer und Trommler namentlich angeführt.

Die Turmbläser und Stadttrompeter, die auch bei festlichen Anlässen aufspielten, galten im 17. und 18. Jahrhundert als angesehene Bürger.

Zur Sicherung der Landesgrenze nach Norden lag in der Gemeinde Hörbranz eine Schützenkompanie mit Feldmusik, die bei feierlichen Aufzügen die Truppe begleitete.

Der Musikverein Hörbranz betrachtet sich als Nachfolger dieser Feldmusik und führt das Jahr 1779 als Gründungsdatum an. Der Musikverein Hörbranz ist damit die älteste Kapelle Vorarlbergs. In folgenden Gemeinden entstanden sogenannte „Musikbanden“:

  • 1796 in Dornbirn
  • 1801 in Bregenz
  • 1809 in Alberschwende
  • 1814 in Rankweil
  • 1816 in Wolfurt
  • 1821 in Lustenau
  • 1822 in Hard
  • 1822 in Hohenems
  • 1824 in Götzis, Höchst und Doren
  • 1829 in Bezau und Riefensberg
  • 1832 in Lauterach

Aufgrund ihrer instrumentalen Besetzung bezeichnete man diese Musikbanden als „Türkische Musik“. Seit den Türkenkriegen (1529 und 1683) fanden die bei den Janitscharenmusiken verwendeten Rhythmusinstrumente Eingang in die Militärkapellen Europas. Kennzeichen der Janitscharenkapellen waren Schalmeien, Trompeten, Cymbeln, Triangel, große Trommel, Tschinellen und der Mond. Dem Bürgertum gefielen diese Militärkapellen, die auch durch die einheitliche Uniformierung einen hübschen Anblick boten, und es ahmte sie nach.

Auch die bürgerlichen Musikkapellen erhielten eine einheitliche Adjustierung. Rock und Hose der Musikanten waren verschiedenfarbig und überdies mit farbigen Borten, Schnüren und Quasten verziert. Am Tschako trugen sie einen Federbusch

Seit der Mitte des 19. Jahrhundert ergriffen vielerorts musikliebende Männer die Initiative zur Gründung von Musikvereinen.

Die Musikkapellen erfreuten sich bei der Bevölkerung bald größter Beliebtheit. Die alten Vereinschroniken erzählen davon manche nette Geschichte. In manchen Orten, selbst in kleineren Gemeinden, bestanden oft mehrere Musikvereine nebeneinander.

Politische Gegensätze zwischen Konservativen und Liberalen, Lokalstreitigkeiten zwischen Oberdorfern und Unterdorfern und Ähnliches verursachten in mehreren Gemeinden die Gründung einer zweiten Musikkapelle. Die von den Musikvereinen veranstalteten Musikfeste gehörten zu den beliebtesten Volksfesten. Die Musikvereine besuchten gegenseitig ihre Veranstaltungen und eiferten zu besseren Leistungen an.

Viele Vereine wünschten einen Zusammenschluss aller Musikkapellen Vorarlberg zu einem Landesverband. Die Bestrebungen gehen bis auf das Jahr 1905 zurück. Auf Betreiben der Bürgermusik Rankweil kam es am 23. März 1924 im Hotel „Weißes Kreuz“ in Dornbirn zur Gründung des „Vorarlberger Harmoniebundes“. Beim Gründungsfest, das im August desselben Jahres in Rankweil abgehalten wurde, vereinigte der Bund bereits 32 Mitgliedskapellen.

Zum 60. Geburtstag des Vorarlberger Blasmusikverbandes wurde das neue Verbandsbanner am Sonntag, dem 17. Juni 1984 anlässlich des 15. Vorarlberger Landesmusikfestes in Götzis geweiht und übergeben.

Heute bestehen in den 96 Vorarlberger Gemeinden 135 Musikkapellen und Auswahl-Blasorchester, die alle dem „Vorarlberger Blasmusikverband“ als Mitglied angehören.

Die organisatorischen, finanziellen und musikalischen Aufgaben des Vorarlberger Blasmusikverbandes besorgt die Landesleitung mit dem geschäftsführenden Präsidium. Die jeweiligen Themen werden vorab in den drei Fachkreisen Organisation, Musikkommission und Jugend beraten und als Anträge in die Landesleitung bzw. geschäftsführendem Präsidium eingebracht. Die 135 Musikkapellen und Auswahlblasorchester sind auf sechs Blasmusikbezirke aufgeteilt: Bregenz, Bregenzerwald, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz und Montafon. An der Spitze der einzelnen Bezirke stehen der Bezirksobmann, der Bezirkskapellmeister und der Bezirksjugendreferent.

Weitere Informationen sind in den Büchern "Blasmusik in Vorarlberg, Edition I, Ausgabe 1986“ von Erich Schneider und "Blasmusik in Vorarlberg, Edition II, Ausgabe 2008" von Prof. Dr. Walter Fehle nachzulesen. Bestellungen sind über das Geschäftsbüro möglich.
 

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6800 Feldkirch

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